Reformierte Kirchen Bern Jura Solothurn

Einleitung

 

Vorwort

In den reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn regelt die Kirchenverfassung der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Bern in den ersten beiden Artikeln Wesen und Auftrag unserer Landes- und Volkskirche: Diese bekennt sich zu Jesus Christus, wie er im Alten und im Neuen Testament bezeugt wird und hat ihre geschichtlichen Grundlagen im Reformationserlass vom 7. Februar 1528, den zehn Schlussreden der Berner Disputation und dem Berner Synodus von 1532 (Art. 1). Ihr Auftrag umfasst die öffentliche Verkündigung, die Begleitung der Menschen sowie die diakonische Tätigkeit (Art. 2). Die reformierte Landeskirche versteht sich als Volkskirche. Sie steht, besonders im Kanton Bern, in einem engen Verhältnis zum Staat und ist in der Öffentlichkeit mit ihren Angeboten, Feiern, Symbolen und Gebäuden präsent. Die reformierte Landeskirche begleitet die Menschen in besonderen Lebenslagen, vor allem aber in Freude und Leid, und verleiht den Gefühlen der Betroffenen Sprache.

Die Volkskirche sucht die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Theologie und dem religiösen Empfinden des einzelnen Menschen. Sie braucht Mitglieder, welche sich in Gesellschaft, Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu ihr bekennen. Sie steht zum Kulturprotestantismus, d.h. zum Verständnis, dass die Kirche ein tragendes Element des Staates ist einerseits und diesen auch immer wieder auf seine christlichen Wurzeln anmahnt andererseits. Sie bietet ebenso Raum für ein engagiertes wie auch diskretes Christentum. Die Mitglieder mit einer zurückhaltenden, aber wirkungsvollen Glaubenshaltung bilden ein wichtiges Element in der Landeskirche.

Um zu funktionieren, braucht die Volkskirche aber ebenso sehr Frauen und Männer, die bereit sind, sich beruflich, ehrenamtlich oder freiwillig zu engagieren, damit die kirchlichen Ämter und Behörden mit geeigneten Personen besetzt werden können.

Innerkirchlich wurde in den letzten Jahren die Teilrevision der Kirchenordnung nötig. Die neben dem Pfarramt in den letzten Jahren entstandenen Ämter der Katechetinnen und der Sozialdiakone mussten im Blick auf ihre Rechte und Pflichten genau umschrieben werden. Ebenso musste das Verhältnis des Kirchgemeinderates zu den verschiedenen Ämtern und die Zusammenarbeit der drei Ämter untereinander definiert werden. All diese Massnahmen führten zu einer Klärung der Zuständigkeiten - gerade in grösseren Kirchgemeinden, in denen verschiedene Mitarbeitende in den verschiedenen Ämtern neben- und miteinander tätig sind.

Das vorliegende Handbuch soll Ihnen, liebe Ratsmitglieder, die nötigen Informationen und Anleitungen zur Ausübung Ihrer wichtigen Aufgaben liefern. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement in unserer Kirche und wünsche Ihnen bei der Ausübung Ihrer Aufgabe viel Genugtuung, Ausdauer und Gottes Segen! 

Andreas Zeller

Präsident des Synodalrats